Jacqueline Dellin ist Bäckerin – und ihr Handwerk begeistert die Rintelnerin auch in ihrer Freizeit
Schmackhaftes Sauerteigbrot, ausgefallene Brötchen und aufwendig dekorierte Torten bereiten Jacqueline Dellin große Freude. Die 25-jährige Rintelnerin ist Bäckerin und hat vor kurzem ihre Gesellenprüfung mit Bravour bestanden. Uns erzählt sie, was sie an ihrem Handwerk so begeistert.
Für Jacqueline ist ihre Arbeit nicht nur ein Beruf, sondern ihre große Leidenschaft. Sie bildet sich weiter und backt auch privat viel – gerade für Geburtstage sind ihre Kuchen und Torten sehr gefragt. „Es macht mir einfach Spaß“, erzählt sie lachend. Zuhause hat sie auch zwei Sauerteig-Starter, „Krümel“ und „Brownie“ heißen die beiden. „Die sind fast wie Haustiere, die muss man auch immer füttern“, sagt die junge Frau mit einem Augenzwinkern.


Doch Jacqueline kocht auch gerne, „als Ausgleich zum Backen“, wie sie sagt. Eine Lieblingstorte habe sie allerdings nicht: „In meiner Freizeit esse ich wenig Torte. Wenn es bei Veranstaltungen auch Pizza gibt, dann esse ich lieber die“, schildert sie und lacht.
Im Gespräch mit Jacqueline merkt man schnell: Sie hat eine große Begeisterung für ihren Beruf. Wenn sie von ihrer Arbeit spricht, dann leuchten ihre Augen. „Was wünscht man sich mehr, als glücklich zu sein in seinem Beruf?“, fragt Jacqueline rein rhetorisch. Dass sie für ihr Handwerk brennt, bleibt übrigens nicht unbemerkt. Erst kürzlich wurde sie für ihre herausragende Leistung in ihrer Gesellenprüfung von der Handwerkskammer ausgezeichnet.
Dass sie Bäckerin wird, war Jacqueline aber nicht immer klar. „Erst kam für mich der klassische Weg: Gymnasium, Abitur, Studium“, erzählt sie im Gespräch mit dieser Zeitung. Das Studium habe sie allerdings nicht wirklich erfüllt. Der Wunsch, ins Handwerk zu gehen, wurde bei ihr immer stärker. „Ich war schon immer sehr kreativ“, schildert die junge Frau. Und das Back- und Konditorhandwerk nimmt sie daher nicht nur als Arbeit wahr, sondern auch als Möglichkeit, sich kreativ ausleben zu können.
„Viele haben so ein standardisiertes Bild von der Ausbildung zur Bäckerin, doch es gibt dabei noch viel mehr als Brot und Brötchen!“
Nach ihrer Ausbildung in einer Rintelner Bäckerei arbeitet sie nun in einer Konditorei, um auch in diesem Bereich weitere Erfahrungen zu sammeln. Denn ihr großes Ziel ist es, nicht nur im Backhandwerk einen Meistertitel zu machen, sondern auch Konditor-Meisterin zu werden.


Jacqueline hat große Freude daran, sich beim Backen auszutoben. Das könne man als Bäckerin auch gut: „Es gibt nicht das Starre das steht da so und dann musst du das auch so machen“, erzählt sie. Von anderen Bäckern und Konditoren kann man viel lernen und sich neue Techniken abschauen. Auch in ihrem Arbeitsalltag experimentiert sie gerne mit neuen Geschmacksrichtungen, in ihrem Ausbildungsbetrieb durfte sie eine Torten-Sparte aufbauen.
Gerne hätte Jacqueline schon in der Schule mehr Mut zugesprochen bekommen, eine Ausbildung zu machen. Doch auf dem Gymnasium war der Blick recht starr auf das Studium gerichtet, erzählt die junge Frau. „Dabei gibt es auch im Handwerk gute Aufstiegsmöglichkeiten“, erklärt die Bäckerin. Zudem befinde sich das Handwerk auch in einem Wandel, neue Technologien änderten den Arbeitsalltag ins Positive. Jungen Menschen kann Jacqueline eins raten: „Macht einfach mal ein Praktikum im Handwerk!“ Das würde Türen öffnen, Vorurteile abbauen – und einem mit etwas Glück den Weg zum Traumjob zeigen.