Schöne Kunst auch an schlechten Tagen: Vanessa Hain möchte Freude verbreiten

Farbliche Harmonie und Kunstwerke voller Ruhe: Der 24-jährigen Vanessa Hain ist die Leichtigkeit in ihrer Kunst wichtig. Was genau die Bückeburgerin antreibt und wieso auch schlechte Gefühle beruhigende Bilder hervorbringen können, hat sie uns erzählt.

„Beim Malen kann ich komplett vom Alltag abschalten“, erzählt Vanessa Hain. Die 24-Jährige sitzt in dem Flur des Ateliers, das sie sich mit sechs anderen Frauen in Bückeburg teilt, an einem kleinen Tisch. Schon hier wird deutlich: Hier wird kreativ gearbeitet. Überall hängen bemalte Leinwände, offensichtlich von verschiedenen Künstlern angefertigt.

Vanessa Hain verbringt viel Zeit in den – auch bei der Sommerhitze – kühlen Räumen des Altbaus in der Herminenstraße 29. An ihren Platz im Atelier kam sie Ende 2022 über ein Inserat in der Zeitung. „Ich bin hier mit Abstand die Jüngste“, erzählt Hain. „Die anderen Künstlerinnen haben mich aber sehr nett aufgenommen.“

Kunstatelier in Bückeburg Ort der Kreativität

Für die junge Künstlerin ist das Atelier ein Zufluchtsort, hier kann sie sich ganz ihrer Kunst widmen. Ihre Kunstutensilien haben hier einen festen Platz, Vanessa Hain muss sie zum Kreativsein nicht extra herausholen. Zudem erreicht die 24-Jährige dadurch eine Distanz zu ihren Kunstwerken: „Da startet man immer mit einem frischen Blick“, erzählt sie – und zerdenke den kreativen Prozess nicht, der Pinsel könne jederzeit einfach fallengelassen werden.

Auf dem Weg zu Hains Kunstraum im Bückeburger Atelier wird deutlich, wie unterschiedlich die verschiedenen Künstlerinnen hier sind. Von landschaftlichen Aquarellen über kunterbunte abstrakte Kunstwerke ist alles vertreten. Und doch sticht der „Arbeitsplatz“ von Vanessa Hain heraus. Beruhigende Pastellfarben, Blumenmotive, Frauenporträts und mehr präsentieren sich unaufdringlich an den Wänden, und laden dazu ein, sich in ihren subtilen Geschichten zu verlieren.

Positiver Blick auf das Leben

„Ich will etwas Leichtes vermitteln und den Betrachter Freude spüren lassen“, beschreibt Vanessa Hain ihre Kunst. „Meinen Stil machen die harmonischen Farbkombinationen aus“, die Ästhetik sei ihr wichtig. „Selbst wenn mich ein negatives Gefühl anleitet, versuche ich, es fröhlich und hell darzustellen“, schildert die junge Künstlerin. Was sie dazu bewegt, positiv auf die Kunst zu blicken? „Bei einem schlechten Tag will ich etwas Schönes sehen und nicht etwas Negatives, das die schlechte Laune auch noch bestärkt.“

Die Inspiration für ihre Bilder nimmt Vanessa Hain aus ihren eigenen Gefühlen und Stimmungen, „nicht aus Alltagsobjekten“, betont sie. „Das Einzige, was ich vorher festlege, sind die Farben.“ Die Harmonie dieser liegt ihr ganz besonders am Herzen. „Ich habe auch ganz viele Farben in den unterschiedlichsten Nuancen“, erzählt die junge Frau und lacht auf. Denn manchmal brauche es eben eine ganz bestimmte Version von Rosa, Grün oder Blau. „Es ist immer ein Gefühl: Passt diese Farbe jetzt dazu?“, erklärt sie.

Sie malt gerne sowohl figurativ als auch abstrakt, beides habe einen eigenen Charme. „In den abstrakten Bildern sieht jeder etwas anderes“, verrät Vanessa Hain. Eines dieser Bilder – aus der dreiteiligen Serie „The Colors of my Soul“ – ist übrigens momentan in der Bückeburger Innenstadt zu sehen. Beim Projekt „Fahnenwehen“ der Schaumburger Landschaft in Zusammenarbeit mit der Stadt Bückeburg konnte sie sich gegen eine Vielzahl von Bewerbern durchsetzen.

Ausstellung in Bückeburger Begegnungsstätte

Seit April wehen entlang der Langen Straße nun zehn Fahnen von zehn Schaumburger Künstlerinnen. Dass ihre Kunst jetzt so sichtbar in der Innenstadt hängt, freut Vanessa Hain sehr. „Das ist das erste Werk, das längerfristig irgendwo hängt. Dann läuft man durch die Stadt und sieht die eigene Kunst! Das ist richtig cool“, beschreibt die 24-Jährige. „Ich habe mich richtig gefreut, dass ich da angenommen wurde. Es ist eine ganz neue Erfahrung, die Kunst in der Öffentlichkeit zu haben und auch die Reaktion der Passanten zu sehen.“

Wer mehr von Vanessa Hains Kunst sehen möchte, kann die Ausstellung „Farbtupfer“ in der Begegnungsstätte Bückeburg besuchen. Dort stellt sie mit vier weiteren Künstlerinnen aus der Ateliergemeinschaft ihre Werke aus. Noch bis zum 9. August können hier zu den Öffnungszeiten der Begegnungsstätte rund 40 Werke angesehen und auch käuflich erworben werden.

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